Samstag, 9. Juni 2007
Vor ein paar Tagen hatte ich eine Idee, wie man vielleicht die Begriffe Über- und Unterapproximation veranschaulichen kann und was eine Approximation sicher macht.
Also, zuerst mal das Wort selbst: "Approximation" heißt etwa so viel wie "Annäherung". Darauf gründet sich eine ganze Klasse von Algorithmen in der Informatik. Bei den Approximationsalgorithemn ist nämlich die Lösung des Problems häufig entweder gar nicht möglich oder extrem aufwändig. Zumindest, wenn man es genau wissen will. Aber: Manchmal ist man vor allem an einer schnellen Lösung interessiert und nicht so sehr daran, dass das Ergebnis 100%-ig hinhaut. Also nähert man sich der eigentlich korrekten Lösung an und bricht zum Beispiel die Darstellung von Π (Pi) bei der zweiten Stelle ab, weil man auch sonst in den Berechnungen nicht mehr als zwei Nachkommastellen verwendet. Dann erhält man als angenäherte Lösung 3,14. Das ist genau genug und dauert nicht unendlich lange (wie eine exakte Berechnung, denn Pi ist ja transzendent).
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Sonntag, 13. August 2006
... sagen die Henchmen bei Diablo 2, wenn sie vom Spieler mit neuen Gegenständen (Streitaxt, Schild oder ein Helm, der mit 5-prozentiger Wahrscheinlichkeit bei einem kassierten Treffer die Angreifer mit Blitzen belohnt) ausgestattet werden. Diese Helferlein kosten Geld: man muss sie als Söldner für gefährliche Abenteuer (lies: stupides, aber spaßiges Gemetzel) einkaufen und sie dann auch noch mit brauchbaren Gegenständen ausrüsten, damit sie einem möglichst wirkungsvoll zur Seite stehen. Und wenn sie draufgehen, kann man sie (praktischerweise) beim "Verkäufer" wiederbeleben lassen – gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, versteht sich.
Beim eigenen Studium investiert man auch eine Menge – vor allem Zeit und Arbeit – in der Hoffnung, dass am Ende etwas Brauchbares dabei herauskommt und einem gewissermaßen das angehäufte Wissen und die erlernten Werkzeuge hilfreich zur Seite stehen. Man hofft also, dass man es nutzbringend verwerten kann; putting it to good use eben.
Nur die wenigsten, die ein Studium beginnen, sind sich wahrscheinlich bewusst, was im Laufe dieser Ausbildungszeit auf sie zukommt und wie sie sich währenddessen verändern werden. Und einigen geht es sicher wie mir: Man geht mit gewissen Vorstellungen ins Studium hinein, erlebt eine Phase des Zweifels und kommt schließlich zur Besinnung, trifft eine Entscheidung: weitermachen oder sein lassen. Die Faszination für ein Fach kann eben durch den Versuch, es zu meistern, kommen (wie der Appetit zuweilen beim Essen). Und so führten hauptsächlich Marco und mein aktueller Chef (mit einzelnen Einwürfen meinerseits) am Donnerstag ein Gespräch über Sinn und Gerechtigkeit allgemeiner Studiengebühren.
Es ist und bleibt für mich eine zwiespältige Frage, die nicht mit einem Ja oder Nein beantwortet werden kann. Da kommt mir das derzeitige Modell mit der flexiblen Gebührenordnung zwar gewissermaßen entgegen, aber solche Dinge kann man leicht sagen, wenn man selbst nicht mehr davon betroffen ist. So regt sich ein gewisses Schuldgefühl in mir, nicht genug getan zu haben, um diese hoch bewertete und viel kritisierte Form der Ausbildung für alle Menschen offen zu halten. Die Frage könnte zum Beispiel lauten: Hätte ich bei 500 Euro pro Semester auch studiert? Zieht man in Betracht, dass auch ohne allgemeine Studiengebühren der durchschnittliche Mittzwanziger-Student Schulden in Höhe von 2000-3000 Euro hat, kommt man schnell in beängstigende Regionen.
Das zentrale Problem bleibt allerdings die Finanzierungsnot des deutschen Hochschulwesens. Man kann jetzt viel hin- und herrechnen, wieviel diese Ausbildung eigentlich kosten müsste und wieviel sie tatsächlich kosten darf. Diese Gebühren sind ein Versuch der Lösung, kein Patentrezept, und die Zeit wird zeigen, was schließlich "hinten rauskommt". Hoffentlich bleiben nicht allzu viele Unsichere auf der Strecke.
Freitag, 28. Juli 2006
Es ist ein merkwürdiges Gefühl, die eigene Diplomarbeit in gedruckter und gebundener Form in der Hand zu haben – ein Produkt von einem halben Jahr intensiver Beschäftigung mit einem Thema und die letzte Herausforderung des Studiums. Während gestern der eher emotionslose und stressige Tag war (Schlusskorrekturen, Druck und Bindung), war heute der Tag der Abgabe. Tatsächlich ist das auch eher zurückhaltend in puncto Emotion. Schließlich hat Frau Koßmann aus dem Dekanat nur nach vier Exemplaren gefragt, die ich ihr gerne übergeben habe. Das fünfte aber habe ich erst heute abend binden lassen und vorhin noch einmal durchgeblättert. Die dem Richtwert ziemlich genau entsprechenden 80 Seiten sind an sich nichts besonders Romantisches. Und dennoch: Dieses Ende der Ausbildung ist ein großes Stück Arbeit – mal zum Festbeißen, mal zum Durchbeißen und manchmal ging es einfach nur wunderbar voran. In Insiderkreisen nennt man so etwas glaube ich Leben.
Dieses Studium hat mich um so vieles reicher gemacht: Wissen, Erfahrungen, Freunde, Erkenntnisse über mich selbst und ein zweites Zuhause – das sind nur einige Dinge, die mir spontan einfallen. Die Gelegenheit, die sich mir bietet, nun noch zu promovieren, werde ich wahrnehmen, um meinem derzeitigen Traum einer akademischen Karriere näherzutreten. So stellt dieser Abschluss auch den Beginn einer neuen Phase meines Lebens dar. Nicht zuletzt auch einer bezahlten.
Ich habe es auch in der Arbeit geschrieben: Ich danke all denen, die mich in meinem Studium unterstützt haben. Sei es durch tatkräftige Hilfe in Studienbelangen, durch interessante oder belebende Gespräche oder einfach durch die Tatsache, dass ich einige Menschen Freunde nennen darf, die mir viel bedeuten.
Dann wollen wir mal sehen, welche Note am Ende rausspringt.
Donnerstag, 21. Juli 2005
Hurra! Endlich habe ich alle Prüfungen im Hauptfach hinter mir. Das Hauptstudium neigt sich damit dem Ende und dem interessantesten Projekt zu: der Diplomarbeit.
Es bleiben noch die Prüfung über Tonstudiotechnik und Klanginstallationen im Nebenfach und die Krönung des Studiums abzulegen. Bei letzterer habe ich zwar noch kein konkretes Thema, wohl aber eine Vorstellung, in welche Richtung die Arbeit sich entwickeln könnte. Und immerhin schon die Zusage, am entsprechenden Lehrstuhl gerne gesehen zu werden. Mehr dazu gibt's, sobald ich mit dem Überlegen fertig bin.
Dieses Studienjahr hatte es in sich. Das zweite Semester der Projektgruppe endete nicht wie ursprünglich geplant, sondern schob sich cremig in das neue Semester hinein, Woche für Woche und Monat für Monat, sodass ich erst zwischen Mitte und Ende Mai endlich damit abschließen konnte. In der vorlesungsfreien Zeit vor dem letzten Wintersemester - also zwischen den beiden Semestern der PG - habe ich flugs die Prüfung im Vertiefungsgebiet eingeschoben und dazu zahllose Dinge über Sicherheit und Kryptographie in meinen Schädel diffundieren lassen.
Daneben galt es natürlich auch die Tätigkeit am Lehrstuhl 5 aufrecht zu erhalten, was Marco und mir mit durchaus beobachtbarem Erfolg gelungen ist. Der Model-Checker kann inzwischen aus zwei Algorithmen auswählen, wir haben einen Haufen Code entrümpelt und sind auf einige Wünsche der tatsächlich vorhandenen (man glaubt es kaum) Anwender eingegangen. Version 0.8 ist inzwischen freigegeben - wir nähern uns also auch hier der magischen 1.0 (die man aber natürlich nie erreichen kann  ).
Und heute habe ich nun die Prüfung zur praktischen Informatik über die Teilgebiete " Graphische Systeme" und "Betriebssysteme" abgelegt. Die 1,7 stellt durchaus zufrieden und andererseits auch ein gutes Bild des tatsächlich erlangten Verständnis dar.
Ach, apropos Winter: Der Blick aus dem Fenster ist wenig erbaulich. Die beste Zeit des Jahres habe ich wieder mit Lernen verbracht. Man könnte meinen, der November hat begonnen. Und ich mag den November nicht. Nein. Wirklich nicht.
Mittwoch, 1. Juni 2005
Die Mensa steckt voller Überraschungen und man kann dort neben leckeren Köstlichkeiten ( Christian berichtete) viele interessante Dinge erfahren. So zum Beispiel sieht man dort bereits zwei Tage bevor die Demo stattfindet, dass wieder einmal ein Protest gegen Studiengebühren geplant ist. Vielleicht liegt es daran, dass die Leute vom Nord-Campus entweder nicht wissen, dass es noch einen anderen Teil der Uni gibt, oder es einfach nicht wahrhaben wollen, dass es auch noch Leute gibt, die ein vernünftiges Fach (d.h. Informatik) studieren. Vielleicht ist der AStA aber auch einfach nur zum Heulen schlecht, was Organisation angeht. Das Team vom Studierenden-Ausschuss kriegt es ja nicht einmal auf die Reihe, die Neuerungen beim teureren Semester-Ticket zu erläutern. Da ich auf deren Webseite darüber nichts finden konnte, habe ich eine Anfrage per E-Mail gestellt. Das war vor mehr als drei Monaten. Keine Reaktion bisher. Die haben sicher viel zu tun.
Nun zum eigentlichen Punkt zurück. Auf der rechten Seite ist die Zukunft des Kalenders zu sehen! Statt vieler verwirrender Spalten und Seiten kommt dieser handliche und wunderbar übersichtliche Kalender mit einer klaren und einfachen Aussage zum aktuellen Datum daher. Und er ist immer aktuell, denn sonst stünde da ja nicht "Heute". Es kann also gar kein Zweifel über die Korrektheit der Information bestehen! Das ist die Zukunft - verständlich und ohne Umschweife. So wünscht man sich auch einen Wahlkampf (z.B. "Arbeit statt rot-grün!"), denn das sind Aussagen, mit denen man sich identifizieren kann.
Nebenbei: Heute abend geht's zum Barbara-Dennerlein-Konzert nach Essen. Freut euch schon mal auf einen neuen Konzertbericht!
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