Den wenigsten halbwegs treuen Lesern dürfte meine Affinität zum nordamerikanischen Eishockey und im Speziellen den Pittsburgh Penguins entgangen sein. Ich bekenne mich schuldig: Ich bin ein Penguins-Fan.
Zugegeben, die möglichen Fan-Aktivitäten sind außerhalb der USA und Kanada schon recht begrenzt. Man beschränkt sich im Wesentlichen darauf, einschlägige Webseiten zu besuchen, YouTube-Zusammenschnitte zu bejubeln und davon zu träumen, einmal bei einem großen Spiel dabei zu sein. Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit, mitunter ein paar Spiele über den Premiere-Sportkanal zu erwischen, aber das waren ohnehin nur wenige Penguins-Spiele pro Saison.
Dennoch: Meine Fan-Treue ist ungebrochen geblieben über eine lange Zeit hinweg, in der das Team, das so viele Jahre ein Playoff-Abo zu haben schien, krass einbrach und fast aus der NHL verschwunden wäre. Zweimal fast Bankrott, kein Geld, um solide Spieler zu verpflichten und die älteste Arena der Liga. Doch das alles sollte sich binnen kürzester Zeit ändern: Ein neues Eishockey-Stadion wird nun doch endlich gebaut und was noch viel wichtiger ist: "Wir" sind wieder in den Playoffs – and this time we mean it!
Ein paar Eckdaten, die günstigen Wind für die Segel Richtung Stanley Cup bedeuten könnten:
- Mit Sidney Crosby, Evgeni Malkin, Jordan Staal und Colby Armstrong vereinen die Penguins einzigartiges und atemberaubendes Newcomer-Talent. Crosby, erst ein paar Jahre dabei, ist inzwischen Team-Captain und wird seiner Rolle mehr als gerecht. Zudem konnte GM Ray Shero dieses Jahr einige wertvolle Zukäufe in Sachen Veteranenspieler machen, wodurch das Team nun deutlich runder ist.
- Die beiden Torwarte Marc-Andre Fleury und Ty Conklin sind die sichere Bank, die die extrem starke Offensivkraft des Teams braucht, um sich entfalten zu können. Als Fleury wochenlang ausfällt, ist Conklin da und springt phänomenal ein.
- Als Crosby sich verletzt und ebenfalls für lange Zeit nicht dabei sein kann, zeigt der Rest der Mannschaft, dass sie auch ohne Captain auf dem Spielfeld ernst zu nehmende und vor allem torgefährliche Gegner sind.
- Die Penguins beenden die reguläre Spielzeit (bis zu den Playoffs) als (nach Punkten) zweitbestes Team der Eastern Conference, nur zwei Punkte hinter den Toronto Maple Leafs.
- Marc-Andre Fleury gelingt im ersten Playoff-Spiel gegen Ottawa ein Shutout (kein Gegentor). Das erste mal seit den Playoffs 2001, damals mit Johan Hedberg im Tor.
- In der ersten Playoff-Runde gegen Ottawa – das Team, das die Penguins letzte Saison aus den Playoffs gekantet hat – führen die Penguins nach dem dritten Spiel mit drei Spielen. Einen 3:0-Vorsprung in einer Playoff-Serie konnte in der Geschichte der NHL nur zwei mal aufgeholt werden.
Sie haben das Potenzial, sie sind extrem aufgekratzt und sie spielen als gäbe es kein Morgen.
Let's go Pens!